Die Schwitzhütte – (k)eine Indianersauna.

Die Schwitzhütte ist ein kugeliges Gebilde aus Zweigen, das mit Decken völlig abgedunkelt wird. In der Mitte der Schwitzhütte ist Platz für die Aufnahme von heißen Steinen, die zu Beginn einer Runde hineingetragen werden. Es gibt vier Runden, die jeweils ca. 15-30 Minuten lang sind und von ca. 5-10 minütigen Pausen unterbrochen werden. Die Schwitzhütte wird traditionell von den Prärie-Indianern genutzt, hat aber auch eine Entsprechung bei germanischen / keltischen Völkern der vor-römischen Zeit. Sie symbolisiert den dunklen und warmen Mutterleib und dient u.a. der spirituellen Reinigung und Erfahrung.

Jeder kann jederzeit die Schwitzhütte verlassen. Die Wärme, Dunkelheit und Enge der Schwitzhütte können eine persönliche Herausforderung darstellen. Es geht dabei aber nicht um einen „Wettkampf“ oder Vergleich mit den Anderen. Der Prozess bleibt auch für denjenigen wertvoll, der Schwitzhütte früher verlässt oder nur an einigen der vier Runden teilnimmt.

Zur Kleiderordnung: Im Unterschied zur klassischen (nordeuropäischen) Sauna tragen Männer Shorts und Frauen zusätzlich ein T-Shirt. Außerdem hat jeder Teilnehmende ein großes Handtuch dabei. Wer der Tradition folgen will, kann sich als Frau Stoff / ein weiteres Handtuch (wie einen Rock) um die Beine wickeln. Schlappen und/oder ein Bademantel können für die kurzen Pausen zwischen den Runden sinnvoll sein.

Wir haben persönlich die Schwitzhütte der Cree First Nations erfahren. In Anlehnung an diese Tradition führen wir unsere Schwitzhütte durch – ohne dabei die Rituale dieser fremden Kultur 1-zu-1 kopieren zu wollen oder andere Interpretationen und Formen dieses Rituals abzuwerten. Auf Wikipedia finden sich einige weitere Informationen zur Schwitzhütte, wobei dort in der Hauptsache die Traditionen anderer Stämme geschildert werden.

Aktuell: agateno führt in loser Folge Schwitzhütten durch. Die aktuellen Termine werden hier und auf unserer Facebook-Seite bekannt gegeben.