Fokussieren auf das Wesentliche

Fokussieren auf das Wesentliche – das ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Egal ob als Führungskraft, als Mitarbeiter – oder „als Mensch“. Die sehnsüchtige Suche nach einem „echten Kern“ zeigt sich immer deutlicher. In einer sich beschleunigenden Welt wuchernder Komplexität kommen Sicherheit spendende Rhythmen kaum noch zur Entfaltung – obwohl sie immer wichtiger wären.

Seinen eigenen Fokus wiederzufinden, ist dabei an sich gar nicht so schwer. Drei Lösungswege zur Re-Fokussierung wollen wir hier vorstellen:

  1. eine einfache Übung: „Ich bin. Jetzt. Hier.“
  2. das passende theoretische Modell dazu (Deixis)
  3. einen Veranstaltungstipp mit dem Schwerpunkt „Fokus“

Herzliche Grüße

Eike Reinhardt & Daniel Goetz

Eike Reinhardt & Daniel Goetz

Stakkato als Takt der digitalen Transformation?

Wir taumeln durch die reizvolle digitale Welt und verlieren uns leicht in Medien, die zwar „social“ heißen, aber keineswegs automatisch soziale Verbindungen stärken. Wir wollen einerseits keine Gelegenheiten verpassen – leiden jedoch gleichzeitig an dem „Immer-Online-Syndrom“.

Wir tappen hilflos umher in einer zunehmend zugänglicher gewordenen und allzeit verfügbaren digitalen Welt mit leicht zu verköstigenden Info-Happen. Doch diese süßen Früchte lenken uns ab von unserem eigentlichen Weg. Die Überverfügbarkeit von Informationen und blinkenden und piepsenden Ablenkungen macht uns zu schaffen. „Ich bin Dein Freund!“ sagt der smarte Bildschirm in unserer Handfläche – und macht uns zum Endgerät der vernetzten Informationsgesellschaft.

Doch digitale Vernetzung bedeutet eben nicht sozial-emotionale Verbundenheit. Verfügbarkeit bedeutet nicht Verbindlichkeit. Wir als Menschen sehnen uns jedoch nach echter emotionaler Verbindung – auch mit uns selbst.

Fokussieren auf das Wesentliche

Der Kontext gibt kaum noch Halt, stützende Rituale werden rar, alte Gewissheiten verlieren ihre Tragkraft. Die VUCA-Zeiten fordern von Fach- und Führungskräften agiles Denken und agiles Handeln. Doch diese Kompetenz stellt hohe Anforderungen an die Selbstführung. Wer bin ich in all dem Trubel von Möglichkeiten – wann, wo, mit wem? Wer kann ich sein? Wie inszeniere ich mich – was macht mich im Kern aus?

Um inneren Halt zu finden, muss man sein eigener „Fels in der Brandung“ werden

Wie kann das gelingen?

Ich bin. Jetzt. Hier.

Die Übung „Ich bin. Jetzt. Hier.“ hilft, sich selbst ganz bewusst zu sein, im Hier und Jetzt. Als unauffälliges Eigenritual ist es auch anwendbar während eines Meetings. Das Bewusstsein ist im Alltag fast immer in der Vergangenheit (Erinnerungen) oder in der Zukunft (Pläne, Wünsche, Hoffnungen) unterwegs. Das Unbewusste steuert in dieser Zeit gewissermaßen wie ein Autopilot durch die Gegenwart.

Zentrieren – als eine Form der Fokussierung – kann über eine gedankliche Bewusstmachung erfolgen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie aus Ihrem deiktischen Zentrum heraus handeln. Dazu sagen Sie sich innerlich „Ich bin. Jetzt. Hier.“ – und spüren dabei der inneren Resonanz nach, die diese Worte bei Ihnen auslösen.

Handeln aus dem deiktischen Zentrum heraus

In den Sprachwissenschaften bezeichnet der Begriff Deixis die räumlichen, temporalen oder personalen Verweise eines Sprechers. Probleme treten für einen Menschen in der Regel dann auf, wenn es gedanklich zu einer unbeabsichtigten Verschiebung oder „Verwechslung“ auf einer dieser Achsen kommt, wenn sich der Sprecher also nicht in seinem deiktischen Zentrum befindet.

Die Sprache gibt Hinweise auf diese gedankliche Verschiebung – und kann bei der Reorganisation helfen.

  • Verschiebung auf der Achse der Ortsdeixis: Der Sprecher macht sich Sorgen bezüglich etwas, das nicht am hiesigen Ort stattfindet. Beispiel: Sie liegen im Bett und denken mit Sorge an Ihr Bankkonto oder auch die Vorgänge im Betrieb.
  • Verschiebung auf der Achse der Zeitdeixis: Der Sprecher macht sich Sorgen bezüglich etwas, das derzeit – in diesem Moment – nicht unmittelbar relevant ist: Kummer über Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind, oder Befürchtungen bezüglich der Zukunft. Beispiel: die Präsentation vor dem Vorstand am nächsten Tag oder die schlecht gelaufene Präsentation von letzter Woche.
  • Verschiebung auf der Achse der Personendeixis: Der Sprecher zerbricht sich den Kopf einer anderen Person. Er fragt sich, was die anderen wohl von seinem Verhalten oder Aussagen denken oder welche Auswirkungen es wohl auf andere haben wird.

Ziel der Reorganisation des gedanklichen Erlebens des Sprechers ist in allen Fällen, dass sich der Sprecher wieder als handelndes Subjekt mit einer Reihe von Handlungsoptionen erkennt – und sich nicht weiter als Opfer der Umstände (oder auch anderer Menschen) fühlt.

Details zum Modell des deiktischen Zentrums und zur vorgestellten Übung finden sich in unserem Selbstcoaching-Ratgeber für Manager: „Selbstführung: Auf dem Pfad des Business-Häuptlings“.

Sophia 2016: Besinnungszeit zum Fokussieren

im Fokus

Raum und Zeit für Besinnung auf das Wesentliche bietet die „SophiaWerkstatt“ unseres Kooperationspartners, der internationalen Organisationsberatung Synnecta.

Ein interdisziplinäres Gesamtkunstwerk aus japanischer Teezeremonie, Degen-Dialogen, utopischen Perspektiven und indigener Schwitzhütten-Zeremonie – gepaart mit praxisnahen Business-Workshops aus den Themenfeldern Mensch – Team – Organisation.

Wir freuen uns darauf, auf dieser hochwertigen Veranstaltung zwei Seminarbausteine beitragen zu können und versprechen außergewöhnliche und intensive Erfahrungen, die den Begriff „Fokus“ mit eigenem Erleben füllen. Entscheidungsfreude, Eigenverantwortung, Leistungsvermögen, Agilität – all das erfordert die Kompetenz des Fokussierens.

Wir empfehlen diesen 3-tägigen interdisziplinären Impuls allen Entscheidungsträgern und Führungskräften im Unternehmen, nicht nur HR-Verantwortlichen.

  • Wann: 17.-19. November 2016
  • Wo: Gut Hohenholz in Bedburg bei Köln

Alle Informationen unter: http://www.sophiawerkstatt.de. Ein ausführliches Archiv der letzten Jahre gewährt einen Einblick in den hochklassigen Charakter dieser Veranstaltungsreihe.

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