Indigenes Coaching: Coachen wie der Medizinmann (NL)

„Coachen wie der Medizinmann“ titelt die Fach-Zeitschrift „Training aktuell“ in der Ausgabe August 2013. Weiter heißt es dort:

„Die jahrhundertealten Erkenntnisse und Rituale von Naturvölkern haben auch heute noch Relevanz und bieten insbesondere für die Arbeit mit Menschen viele nützliche Anregungen, finden Daniel Goetz und Eike Reinhardt. Die beiden Trainer haben aus ihren Erfahrungen mit indigenen Kulturen Tipps für Weiterbildner zusammengestellt.“

Wir berichten dort in einem Gastbeitrag zur Frage: „Wie coacht der Medizinmann?“

Wer diese Frage selber ergründen will, kann dies in unserem Seminar zum Thema Indigenes Coaching (28.-29.09.2013) tun.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Herzliche Grüße

Eike Reinhardt & Daniel Goetz

Eike Reinhardt & Daniel Goetz

Indigenes Coaching: Coachen wie der Medizinmann

Nach unseren Erfahrungen im Reservat sind wir überzeugt: Indigene Kulturen haben uns in der heutigen Zeit noch viel zu sagen. Das größte Lernpotenzial liegt jedoch nicht in einzelnen Ritualen oder „Schamanen-Tools“. Vielmehr ist es die Haltung des Masters of Ceremony (MC), von der wir auch in unserer Welt profitieren können – gerade als Coach, Trainer, Berater oder Therapeut.

Bei indigenen Kulturen nimmt der (von den weißen Siedlern so bezeichnete) ‘Medizinmann’ in der Funktion des Master of Ceremony (MC) traditionell die Rolle ein, die bei uns Ärzte, Priester, Therapeuten, Berater und Coachs innehaben. Er fungiert als Heiler für körperliche, mentale und seelische Beschwerden. Ratsuchende kommen jedoch auch zur Orientierung in Lebensfragen zu ihm – und nicht nur, wenn sie sich „krank“ fühlen.

Der MC gestaltet und führt durch eine Zeremonie. Er arbeitet ebenso wie der Coach häufig prozessorientiert und inhaltsfrei.

Mit der Brille eines Coachs oder Trainers betrachtet ist das Methodenspektrum des MC sehr vielfältig: Trance und hypnotische Sprache, Familienaufstellungen, Ressourcen-Arbeit, Metaphern und Storytelling, Körperarbeit, erlebnisorientiertes Lernen, Einsatz von Artefakten u.v.m.

Kommunikation im “heiligen Raum”

In der Vorstellung der indigenen Völker Nordamerikas sind wir nicht nur allzeit miteinander verbunden, sondern im persönlichen Kontakt auch immer Teil eines Prozesses, der sich schwer in Worte fassen lässt. Metaphorisch verbindet uns in der Kommunikation ein gemeinsames Wesen, das sich zwischen den Menschen bildet. Was können wir daraus lernen?

Kommunikation ist in diesem Verständnis kein Senden und Empfangen von Botschaften, sondern vielmehr ein „gemeinsames Geschehen“. Menschen kommen in diesem Sinne nicht als klar abgrenzbare Identitäten zueinander, sondern als „Erfahrungswolken“, in deren Mitte etwas Neues entsteht.

Das Konzept ist in unserer Welt noch sehr ungewohnt und es steht bisher kaum eine angemessene Sprache zur Verfügung, darüber jenseits der Metapher zu sprechen. Unser Lehrer in Deutschland, Tom Andreas (Köln), spricht vom „Wesen des Diskurses“ und meint damit etwas sehr Ähnliches. Martin Buber, der jüdische Religionsphilosoph, spricht vom „sacred space“ – vom “heiligen Raum”, der zwischen Menschen im Kontakt entsteht. Wir bezeichnen diesen Prozess als das “Wesen der Kommunikation”.

Indigene Kulturen denken i.d.R. zyklisch, d.h. in flüssigen Kreisläufen. Auch die antiken Griechen wussten schon: Alles fließt. (Heraklit) – Übertragen auf das Coaching heißt das: Ermögliche deinem Klienten, fließende Prozesse zu erleben. Die Annahme von „festen“ Zuständen ist häufig hinderlich. Klienten glauben, sie müssten sich in einen bestimmten – vermeintlich optimalen – Zustand bringen, der dann möglichst unverändert bleiben soll. Menschliches Erleben kann jedoch nicht festgehalten werden, sondern ähnelt eher einem „Zufluss“ – einer ständig in Veränderung befindlichen Bewegung.

In der ausführliche Version des Artikels geben wir „Tipps vom MC“ an den Coach. Dort u.a. auch mehr zu:

  • der systemischen Weltsicht indigener Kulturen;
  • Metaphern als Zugang zum “heiligen Raum” der Kommunikation.

 

Seminar Indigenes Coaching

Medizinmann-CoachingAm 05.-06. Juli 2014 bieten wir ein Seminar an für Coachs, Berater, Trainer und Therapeuten, die sich fragen: Wie geht ein Medizinmann mit Menschen um? Und was kann ich für meine professionelle Arbeit mit Klienten davon lernen?

Wir geben in diesem zweitägigen Workshop zum indigenen Coaching praxisnahe Antworten, die sich direkt in die eigene Arbeit integrieren lassen. Unsere Einsichten basieren auf unseren eigenen Erfahrungen bei indigenen Kulturen.

Alle Infos und Anmeldung unter:
www.agateno.com/coachen-wie-der-medizinmann-seminar

Kostenloses Webinar (06. August 2013)

Wer einen ersten Einblick in das Seminar gewinnen möchte, kann am Dienstag, 06. August, um 19:00 Uhr an einem kostenlosen Live-Webinar (Online-Seminar) teilnehmen. Wir stellen die Inhalte des Seminars vor und stehen interaktiv Rede und Antworten. Die Chance, uns mal „live“ bei der Arbeit zu sehen. Fragen willkommen – wir freuen uns auf den Austausch! Alle Informationen zum Webinar in den nächsten Tagen auf unserer Webseite.

 

Ausblick: Was agateno sonst noch macht

Workshop: Tipps & Tools 2013 in Köln

Am 08. September gastiert die Trainer-Messe „Tipps & Tools“ wieder in Köln. agateno bietet dort einen 80-minütigen Workshop an zum Thema „Rituale in Training & Business – das geht gut!“.  In  den Räumlichkeiten der TÜV Akademie Rheinland bietet der Tag für Trainer, Berater, Coachs und Personalverantwortliche ein vielfältiges Angebot an methodischen Impulsen.

Messe Spaces 2013 – Räume für neues Arbeiten

Am 12. September findet der „Innovationskongress zum Arbeiten der Zukunft“ statt: „Spaces 2013 – Wie mobile Bürokonzepte die Attraktivität von Arbeitgebern und Städten revolutionieren werden“. Die Veranstaltung öffnet charaktervoll ihre Tore in den Fabrikhallen im alten Industrieareal „Carlswerk“ (ehemals Felten & Guilleaume).

agateno beschäftigt sich mit dem „heiligen Raum“, in dem Kommunikation stattfindet. Auf der Messe spannt agateno – wortwörtlich – den Bogen zum kommunikativen Raum. Mit intuitivem Bogenschießen in der Fabrikhalle gilt es einen neuen Blickwinkel einzunehmen: neue Perspektiven in alten Räumen.

agateno tritt dort auf als Förderer von nomagavovo® BUSINESS CONSULTING OF ART (Medienpartner kröativität®).

Trainer-the-Trainer: Ausbildung für angehende NLP-Trainer in Berlin

Am 14. September 2013 unterstützt agateno das NLP Trainer-Training der Institute Tom Andreas (Köln) und ifapp (Berlin). Wir gestalten dort einen aktiven Tag zu den Themen erlebnisorientiertes Lernen (EOL) und Team-Teaching. Bei zahlreichen Übungen für drinnen und draußen erleben sich die angehenden Trainer mal als Teilnehmende, mal als Anleitende im Trainer-Duo.

Redner-Nacht des BVMW Metropolregion Köln

Am 15. Oktober ist agateno Teil der BVMW-Redner-Nacht. Sechs namhafte Referenten (u.a. mit Motivations-Guru Stefan Frädrich – bekannt durch „Günter, der innere Schweinhund“) bieten halbstündige Impulse zu mittelstandsrelevanten Themen. agateno wird zum Thema Wandlungsfähigkeit im Mittelstand („Beständig im Wandel“) einen interaktiven Beitrag leisten.

 

Rückblick

Workshop: Forum für Coaching-Kompetenz im Beratungs- & Führungsalltag – in Karlsruhe

Am 22. Juni fand in Karlsruhe der Kongress „Führung 2.0“ statt, mit viel Engagement und Kompetenz organisierte von Silvia Richter-Kaupp. Ein Highlight für uns: Der Vortrag von Christiane Windhausen zum „Flüssigen Ich“. agateno bot dort zwei Workshops an zum Thema „Werte-orientiertes Führen, Beraten, Coachen“.

Vortrag TEDxKoeln wird mehrsprachig

Unser Beitrag zum Thema Eigenverantwortung auf der TEDxKoeln 2013 (Youtube) hat bereits über 700 Klicks (Danke!) und ist inzwischen auch in Englisch und Spanisch verfügbar (Untertitel). Wir freuen uns! 🙂

 

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