Kurze Einführung zum Einsatz von Twitter als Lerntool

Twitter als Lerntool nutzen? Das geht! – Viele kennen Twitter nur als Spam-Schleuder für Werbung oder für Belanglosigkeiten aus dem Show-Biz.

Twitter kann jedoch auch als wertvolles Tool für Recherche und Lernen genutzt werden. Hier eine Einführung für Neulinge.

Twitter als Lerntool einsetzen

Wie nutze ich Twitter wirkungsvoll als persönliches Lerntool?

Organizations don’t tweet – people do!

Twitter-Profile werden i.d.R. mit Einzelpersonen assoziiert – und auch nur dann als wertvolle Knotenpunkte erkannt. Hinter Unternehmensprofilen werden häufig Werbeschleudern vermutet. Profile mit professionellem Fokus sollten Klarnamen (d.h. nah am echten Namen) nutzen (also nicht „Hexe77“, „ylx99a“ oder so).

Erfahrung sammeln – nicht theoretisieren

Wie bei anderen sozialen Medien gilt: Man muss Twitter selbst ausprobieren, um sich eine Meinung zu bilden. Twitter lässt sich nicht theoretisch erschließen.

Twitter zum Lesen – und zum Mitwirken

Twitter kann als reines Lesemedium (analog zu einer Zeitung) genutzt werden. Darüber hinaus bietet es jedoch die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung über eigene Tweets (=Postings).

Die passenden Kontakte – nicht möglichst viele

Twitter funktioniert über das Abonnieren von Profilen. Es geht dabei nicht darum, möglichst viele Profile zu abonnieren  – sondern die richtigen. Also jene, mit denen man thematische Interessen teilt. Dies gilt v.a. dann, wenn man Twitter als professionelles Recherche- und Netzwerk-Tool verwenden will.

Ein Expertennetzwerk als sozialen Filter nutzen

Ein sorgfältig gepflegtes Netzwerk wirkt wie ein sozialer Filter (auch „social search“), der die interessantesten Inhalte aus dem Internet herausfiltert. Man lässt das selbst konfigurierte Netzwerk von „Redakteuren“  das Internet kuratieren – und muss selbst nur noch das Filtrat / die Perlen anschauen. Ein gut getrimmtes Twitter-Netzwerk ist wie eine personalisierte Fachzeitschrift.

Die Basics zum Einsatz von Twitter

Was muss ich wissen, um mich auf Twitter zurechtzufinden?

  • Nachrichten heißen „Tweets“. Das Versenden von Tweets wird wahlweise als „twittern“ oder „tweeten“ bezeichnet.
  • Ein Tweet darf maximal 140 Zeichen enthalten. Twitter gilt als „Micro-Blogging-Tool“.
  • Eingebundene Links werden automatisch erkannt.
  • Tweets sind (i.d.R.) öffentlich. Man muss also nicht bei Twitter angemeldet /registriert sein, um die „Wall“ eines Profils zu lesen.

Einsatz von „Mentions“ @

„@“-Zeichen = Einbindung von Profilen; dieses Profil wird automatisch verlinkt und die Person hinter dem Profil benachrichtigt. Dies wird auch verwendet, um die Person anzusprechen. (Beispiel: „Hallo @Hanna_Goehler – hast Du auch schon die interessanten Themen beim Werkhaus entdeckt?“).

Daraus kann sich ein Dialog / eine Diskussion entwickeln, die Twitter gebündelt darstellt und so von Dritten nachvollzogen werden kann. Dies kann sehr nützlich sein, um Fragen zu beantworten oder Gedankenanregungen zu geben.

Einsatz von Hashtags # (Raute)

„#“-Zeichen (Raute) = „Hashtag“ = Vergabe eines Schlagwortes. Hilft beim Zuordnen des Tweets zu Themen.

Ein Hashtag muss nicht „registriert“ werden – man vergibt diesen einfach, indem  man das Zeichen „#“ direkt vor den Begriff stellt. Wichtig: Keine Leerzeichen, keine Bindestriche. Also nur ein „Wort“/Begriff.Also nur ein „Wort“/Begriff. Teilweise sind diese Hashtags „sprechend“ – wie z.B. #agilitaet – teilweise aber auch verkürzt und damit oft kryptisch.

Andere Nutzung des Hashtags: Kennzeichnung von Veranstaltungen. Dies wird auch z.B. für Fußballspiele (#KOEBVB – Köln vs. Dortmund) oder Konferenzen (#ZP17 – Messe Zukunft Personal 2017) genutzt.

Es gibt kein Hashtag-Verzeichnis. Das heißt auch: Zwei Veranstaltungen können den gleichen Hashtag nutzen; das kann zu Verwirrung führen. Deshalb ist ein möglichst spezifischer Hashtag für Veranstaltungen sinnvoll.

Daher heißt es für das Synnecta Werkhaus 2017 auch #werkhaus17 und nicht nur #werkhaus. Andersherum sollte man sich vorher informieren, welcher Hashtag für eine Veranstaltung genutzt wird, mit der ein Tweet assoziiert werden soll. Ansonsten wird der Tweet nämlich nicht gefunden, wenn via Hashtag gesucht wird. Beispiel: Tweets zum Synnecta-Werkhaus werden NICHT gefunden, wenn man den (falschen) Hashtag #werkhaus eingibt.

Twitter – Next Steps

Was muss ich für den Einstieg sonst noch wissen?

Retweeten

Entspricht dem „Weitererzählen„: Ein bestehender Tweet eines anderen Profils wird in der eigenen Timeline angezeigt (wie „Sharing/Teilen“ bei Facebook).

Alternativ: „Tweet zitieren„: Ermöglicht, den Tweet mit eigenen Worten zu ergänzen / zu kommentieren. Der ursprüngliche Tweet-Schreiberling wird darüber informiert.

Liken

Wie bei Facebook & Co. üblich: Man markiert mit dem „Herzchen“ Tweets, die man mag.

Listen

In Listen lassen sich – z.B. Themen- oder Veranstaltungs-gebunden – Profile organisieren. Damit hilft man auch anderen, die Experten zu einem Thema leichter zu finden und zu abonnieren.

Empfehlung zum Einstieg

OK – wie lege ich los?

1. Profil anlegen

  • Profil mit „vernünftigem“ Namen anlegen, am besten wiedererkennbar der eigene Name.
  • Ein Profilfoto hochladen!
  • Ein paar Worte zum eigenen Themenfokus (z.B. „VUCA und Agilität“) angeben.

2. Lesen

  • Sich über Themen (via Suche) den Experten nähern. Wer folgt wem? Wer setzt interessante Tweets ab?
  • Sich bei Konferenzen / Veranstaltungen umschauen: Wer twittert dort? – Das geht selbst dann, wenn man selber nicht auf der Veranstaltung ist! Der spezifische Hashtag der Veranstaltung ist dazu eine nützliche Hilfe.

3. Tweeten

Geben ist seliger denn nehmen – und tweeten macht Spaß.

  • Welchen nützlichen Link habe ich entdeckt? – Mit ein paar einleitenden Worten teilen!
  • Welche Erkenntnis habe ich gerade gewonnen (z.B. bei einem Vortrag)?
  • Welches Zitat hat mir imponiert?
  • Welche Grafik habe ich als Mehrwert empfunden?
  • Welches Foto fängt die Stimmung gut ein – oder ist ggf. auch für andere nützlich? (z.B. Agenda eines Open Space/Barcamps)

Twitter kann auch als Tool für die eigenen Notizen verstanden werden.

  • Alle persönlichen Notizen (z.B. aus einem Vortrag) werden getwittert. Auf Twitter kann man diese dann auch später noch selbst nachlesen.
  • Die Sichtbarkeit/ Öffentlichkeit von Twitter regt dazu an, die eigenen Worte zu prüfen und genau hinzuhören (da man ja schließlich keine „Falschmeldung“ twittern will).
  • Eigene „Lern-Nuggets“ erstellen: Die Kürze zwingt zum Komprimieren der Gedanken zu Essenzen.

Twitter lebt – auch – von der menschlichen Komponente. Daher kann / darf man ab und an auch mal etwas „Menschliches“ posten – nicht nur nüchterne Infos.

Quellen und weiterführende Links

Schreibe einen Kommentar