Resonanzkultur in der Praxis

In der letzten Ausgabe der Rauchzeichen sind wir auf die Vorteile einer lebendigen Resonanzkultur im Unternehmen  eingegangen. Zudem haben wir Feedback als eine Form der Resonanz angesprochen. Doch was kann ich tun, wenn mir keine andere Person als „Resonanzkörper“ zur Verfügung steht? – Dazu geben wir nachfolgend einige Anregungen.

Viel Vergnügen beim Lesen und herzliche Grüße

Eike Reinhardt & Daniel Goetz

Eike Reinhardt & Daniel Goetz

Resonanzkultur in der Praxis

Resonanz in Form von Selbstreflexion

Gerade für Führungskräfte ist es oft schwierig, sich ausreichend mit Resonanz zu versorgen. Je höher im Unternehmen sie sich bewegen, desto dünner wird nicht nur die sprichwörtliche Luft, sondern auch die Möglichkeit, echtes Feedback seitens der Mitarbeiter zu erhalten. Im direkten Kontakt verhalten sich die Mitarbeiter aufgrund des systemischen Ungleichgewichts (Abhängigkeit) häufig zurückhaltend und vorsichtig. Und das anonyme Feedback aus dem 360-Grad-Feedback kann die direkte Rückmeldung „von Angesicht zu Angesicht“ nicht ersetzen. Die Selbstreflexion ist eine Möglichkeit, sich mit Resonanz zu versorgen  – auch dann, wenn keine andere Person zur Verfügung.

Indigene Kulturen kennen sogenannte Medizinwanderungen, bei denen sich die Stammesmitglieder in die Einsamkeit der Natur zurückziehen, um wichtige Lebensfragen zu klären. Sie bewegen sich dabei bewusst und achtsam in der Natur, um sich von dieser inspirieren und leiten zu lassen (z.B. auch als Teil einer Visionssuche). Auch für die Reflexion der folgenden Fragen eignet sich eine Wanderung oder ein ausgiebiger Spaziergang in der Natur bestens.

  1. Speziell für Führungskräfte: Was würde mein Team tun, um mich zurück zu bekommen, wenn ich das Unternehmen verlassen wollte? Wer würde mich vermissen?
  2. Wen kann ich in einem inneren Dialog um Rat fragen? Habe ich einen inneren Mentor (vielleicht meinen eigenen Großvater?), den ich innerlich um Rat fragen könnte?
  3. Was will ich in einem Jahr rückblickend in meinem Unternehmen erlebt haben? – statt der üblichen Frage: „Wo will ich in einem Jahr stehen?“

Es gibt Reflexionsfragen „wie Sand am Meer“  – doch manchmal ist die Naturerfahrung als solche schon Anregung genug. Wer sich auf die Erfahrung einlässt, kann sich davon überraschen lassen, was ihn vielleicht „anspricht“: ein Stein, ein Eichhörnchen oder auch das Rauschen der Blätter oder das Gurgeln eines Baches.

Resonanz in Form von Meditation

Reflexionsfragen sind eine kognitive – fast noch analytische – Annäherung an Resonanz. Eine weitere Möglichkeit ist die Meditation. Bei der Meditation mache ich meinen Kopf frei von allen gerichteten Gedanken. Ich suche einen inneren Ort der Stille auf und bin ganz mit mir in Kontakt. Es gibt unterschiedliche Formen: Beim japanisches Zazen geht es um die tiefe Versenkung im Sitzen. Doch es gibt auch Meditation in der Bewegung, wie z.B. das chinesische Qi-Gong oder Tai-Chi – oder auch einige Arten des Yoga.

Haben Sie Lust, eine sehr einfache und kurze Möglichkeit der Meditation kennen zu lernen? Es dauert keine vier Minuten und kann leicht im Sitzen ausgeführt werden. Einfach Lautsprecher an, den Button oder Link zur kurzen Atemmediation  anklicken und mit den Gedanken der Stimme folgen.

 

Die kurze Übung kann sehr einfach eigenständig fortgeführt werden. Und Sie werden feststellen: Je häufiger Sie meditieren, umso leichter wird es gelingen. Und umso intensiver wird der Effekt sein. Probieren Sie es aus und lassen sich überraschen, welche Resonanz Sie dabei erleben.  Bereits 15 Minuten am Tag können einen großen Unterschied machen. Viel Freude dabei!

Kleines Helferlein zur Achtsamkeit

Achtsamkeit gilt derzeit als eines der „Zauberworte“ für ein gutes Leben. Das Problem ist häufig: Man kommt so selten dazu … und vergisst den achtsamen Moment im Trubel des Alltags. Vor kurzem haben wir ein kleines, aber nützliches Helferlein zur Erinnerung an diese achtsamen Momente entdeckt – und zwar in Form einer Handy-App. Die kostenlose App für Android-Smartphones (für Apple-Fans gibt es mit Sicherheit vergleichbare) heißt „Glocke der Achtsamkeit“ und erinnert mehrfach am Tag mit einem kleinen Glockenschlag, einen Moment der Achtsamkeit einzulegen. Wir finden: praktisch!

 

Ausblick: Empfehlenswerte Veranstaltungen

Workshop zur „Technologie des Bauchgefühls“ am 19. Juli in Karlsruhe

Auf Einladung von Silvia Richter-Kaupp bieten wir am 19. Juli im Karlsruher Fasanenschlösschen unser Seminar zur angewandten Intuition im beruflichen Alltag an: Die heutige Welt – ob in Business oder Freizeit – ist komplexer geworden. Und immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass sie allein durch Rationalität nicht zu verstehen ist. Dem „Bauchgefühl“ kommt eine wichtige Funktion zu, als Ergänzung zum rationalen Denken. Hat man den Zugang zur eigenen Intuition einmal bewusst gelernt, ist dies ein effizienter Weg, um schneller zu guten Entscheidungen zu gelangen.

In dem erfahrungsorientierten Workshop lernen die Teilnehmenden ihre eigene Intuition als Ergänzung zur Kognition kennen – im Sinne einer partnerschaftlichen Kooperation, nicht als deren Konkurrenz. Die Kognition nutzt explizite Modelle, um die Komplexität der Welt zu reduzieren. Intuition verarbeitet diese Komplexität ganzheitlich, d.h. mit implizitem Wissen und verinnerlichten Modellen und Metaphern.

Rundblick: Was agateno sonst noch macht

Seminar ausgebucht: Coachen wie der Medizinmann

Bei 16 Teilnehmenden ist leider Schluss. Am 05.-06. Juli 2014 bieten wir ein Seminar an für Coachs, Berater, Trainer und Therapeuten, die sich fragen: Wie geht ein Medizinmann mit Menschen um? Und was kann ich für meine professionelle Arbeit mit Klienten davon lernen?

Warteliste und Anmeldungen für den Termin im Herbst noch verfügbar.

Weltfrieden in 5 Minuten

“Ich bin ein Weltverbesserer.” – Warum kommt dieser Satz so schwer über die Lippen? Und warum fällt es vielen so leicht, die Aussage als naiv darzustellen? Wir denken: Es braucht keine blauen Augen oder rosa Brillen, um in der Welt einen Ort zu sehen, der es würdig ist, mit dem Streben nach Verbesserung geehrt zu werden. Mit Hirn, Herz, Hand; und manchmal auch mit einem mutigen Mund, der sagt: Ich bin auch ein Weltverbesserer!

Die gute Nachricht: Endlich ist es soweit. Es ist Zeit in Resonanz mit dem Weltfrieden zu gehen. Das Projekt „Weltfrieden in 5 Minuten“  läuft an. Und zwar in Gestalt eines kleinen Büchleins mit kurzen, welt-verbesserlichen Geschichten. Das Besondere: „Weltfrieden in 5 Minuten können Sie nicht kaufen, sondern nur verschenken. Die Geste des Schenkens ist ein wunderbares Ritual, besonders dann, wenn es von Herzen kommt.“ So schreibt es der Initiator und kreative „Hans Dampf in allen Gassen“ namens Marcus Janke auf der zugehörigen Projekt-Webseite. Wir durften eine kleine Geschichte beisteuern und wünschen dem Projekt weiterhin viel Erfolg.

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